Verschwundene Gaststätten in Solingen und Umgebung

Alte Kneipen in Remscheid, Solingen und Wermelskirchen prägten den Alltag. Entdecken Sie ihre Geschichten und Spuren in der Umgebung von Solingen.

• 24. September 2026 • 10 Minuten

Verschwundene Gaststätten in Solingen und Umgebung

Die Kneipe als soziales Zentrum

TL;DR: Alte Gaststätten in Remscheid, Solingen und Wermelskirchen waren Treffpunkt, Vereinsheim und Nachrichtenbörse. Ihre Schließung veränderte das soziale Leben. Viele Gebäude stehen noch. Die Geschichten dahinter bewahren ehemalige Gäste und Zeitzeugen.

Es gab eine Zeit, da war die Kneipe weit mehr als ein Ort für ein Bier nach Feierabend. Sie war Treffpunkt, Nachrichtenbörse, Vereinsheim, Stammtisch und manchmal Tanzsaal. Oft gehörten auch eine Kegelbahn oder ein kleiner Saal dazu.

Gerade in den Industriestädten rund um Solingen prägten Gaststätten den Alltag. Wer in einer Werkzeugfabrik, einem Schleifkotten, einer Schmiede oder einem anderen Produktionsbetrieb arbeitete, traf Kollegen häufig auch nach der Schicht wieder. Die Wege waren kurz. Die Bindungen im Viertel waren eng.

In Remscheid, Solingen und Wermelskirchen gab es deshalb über Jahrzehnte unzählige kleine Wirtschaften und Schankbetriebe. Viele sind verschwunden. Manche Häuser stehen noch. Andere existieren nur auf alten Fotografien. Einige leben vor allem in den Erinnerungen früherer Gäste weiter.

Verschwundene Gaststätten in Solingen und Umgebung
Verschwundene Gaststätten in Solingen und Umgebung

Alte Wirtschaften in Remscheid

Industrie, Handwerk und Feierabend

Remscheid war über Jahrhunderte von Werkzeugproduktion und Metallverarbeitung geprägt. An den Bächen entstanden Hammerwerke und Schleifkotten. Später entwickelte sich daraus eine stark industrialisierte Werkzeugstadt.

Die Stadt weist darauf hin, dass es im Remscheider Raum einst rund 130 Wasserhämmer und 67 Schleifkotten gab. Wo viele Menschen arbeiteten, entstanden auch Orte für den Feierabend. Gaststätten lagen häufig in Wohn- und Arbeitsquartieren. Ihre Gäste kamen meist aus der direkten Nachbarschaft.

Unser Newsletter

Eine Kneipe bot damals Informationen, Unterhaltung und Verlässlichkeit. Man wusste, wer geheiratet hatte, wer krank war oder welcher Verein einen neuen Treffpunkt suchte. Für viele Arbeiter war der Besuch nach der Schicht ein fester Bestandteil des Tages.

Richard Becker in Ehringhausen

Wie lange eine Wirtschaft im Gedächtnis bleiben kann, zeigt die Gaststätte Richard Becker in Ehringhausen. Das Gebäude stammt aus der Zeit um 1800. Dokumente belegen dort bereits im 19. Jahrhundert einen Gaststättenbetrieb.

Über viele Jahrzehnte trafen sich Stammgäste und Vereine in den Räumen. Selbst als die regulären Öffnungszeiten stark reduziert waren, kam donnerstags der Männergesangverein zur Probe. Währenddessen tranken vorne am Tresen weitere Gäste ihr Bier.

Im Herbst 2020 endete der Betrieb. Damit verschwand nicht nur ein gastronomisches Angebot. Verloren ging ein Ort, an dem sich Menschen über Generationen begegnet waren. Ein historisches Dokument aus dem Jahr 1853 gelangte anschließend ins Stadtarchiv.

Die damalige Polizeiverordnung richtete sich gegen übermäßigen Branntweinkonsum. Gastwirte erhielten eine Liste von Personen, denen wegen ihres Trinkverhaltens kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden sollte. Ein erhaltenes Exemplar hing lange in der Gaststube von Richard Becker. Heute bewahrt es ein Stück Remscheider Kneipengeschichte.

Wichtiger Hinweis:

Alte Gaststättennamen lassen sich nicht immer eindeutig zuordnen. Gebäude wechselten ihre Betreiber, Namen und Funktionen. Für eine verlässliche Einordnung sind Stadtarchive, historische Fotos und Erinnerungen ehemaliger Gäste besonders wichtig.

Solinger Gaststätten zwischen Arbeit und Ausflug

In Solingen war die Verbindung zwischen Arbeit und Gastronomie besonders eng. Die Klingenindustrie prägte die Stadt über Jahrhunderte. Schmiede, Schleifer und später Fabrikarbeiter lebten oft in der Nähe ihrer Arbeitsplätze. Auch die Gastronomie wuchs mit diesen Strukturen.

Eine Veröffentlichung zur Solinger Geschichte widmete sich deshalb früheren Gaststätten und Hotels der Stadt. Die historischen Wirtschaften waren weit mehr als Lokale. Sie spiegelten gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklungen wider.

Das zeigt die frühere Schützenburg besonders deutlich. Bereits 1833 entstand an der Stelle des heutigen Theater- und Konzerthauses ein großes Holzgebäude. Dort trafen sich Menschen nicht nur zum Vergnügen. Auch politische Veranstaltungen fanden statt.

Der Sozialist Ferdinand Lassalle sprach in der Schützenburg vor Arbeitern und Anhängern des Arbeitervereins. 1877 brannte das erste Gebäude ab. Ein Neubau folgte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Schützenburg schwer beschädigt und 1957 erneut durch einen Brand zerstört. Heute erinnert am Standort kaum noch etwas an diese ursprüngliche Funktion.

Zu den bekannten Solinger Gaststätten gehörte außerdem Beim Paule. Die Wirtschaft wurde 1929 eröffnet. Der Betreiber Emil Broch benannte sie nach seiner Frau, die er am Tag der Eröffnung geheiratet hatte.

Solche persönlichen Geschichten erklären, warum ehemalige Gaststätten oft länger in Erinnerung bleiben als andere Geschäfte. Eine Kneipe war mit Menschen verbunden. Mit Wirten, Stammgästen, Hochzeiten, Geburtstagen und Vereinsabenden.

Auch der Düppeler Hof gehört zu den überlieferten Solinger Namen. Wilhelm Schübb betrieb dort einst die Wirtschaft „Zum Düppeler Hof“. Das Lokal existiert schon lange nicht mehr. Das Gebäude steht jedoch noch. Wer heute daran vorbeigeht, erkennt nicht automatisch, dass dort früher Gäste am Tresen saßen.

Weitere Namen gehören zur Erinnerung vieler älterer Solinger: der Golden Spieß am Entenpfuhl, der Bierbrunnen in der Karstadtpassage und der Waffenschmied am Alten Markt. Viele inhabergeführte Betriebe verschwanden im Laufe der Jahre. Mit ihnen veränderte sich das Gesicht der Innenstadt.

In Unterburg erzählen Haus Striepen und der Burger Hof von einer anderen gastronomischen Tradition. Im 19. Jahrhundert befanden sich im späteren Haus Striepen zeitweise eine Postdienststelle sowie ein Café mit Bäckerei und Konditorei. Ab den 1930er-Jahren entwickelte sich daraus zunehmend ein Restaurant.

Nach schweren Kriegsschäden wurde das Haus Anfang der 1950er-Jahre wieder aufgebaut. Über Jahrzehnte wurde dort Gastronomie betrieben. 2011 schloss das Restaurant. Der benachbarte Burger Hof gehörte zur Familie. Zeitweise bildeten beide Häuser eine wirtschaftliche Einheit.

Schauen Sie sich doch einmal eine Übersicht all unserer spannenden Themen an

Verschwundene Gaststätten in Solingen und Umgebung
Verschwundene Gaststätten in Solingen und Umgebung

Wermelskirchener Treffpunkte und Hofwirtschaften

Zwischen Industrie, Landwirtschaft und Dorfleben

Wermelskirchen unterschied sich in seiner Kneipengeschichte etwas von Remscheid und Solingen. Die Stadt war ebenfalls industriell geprägt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich besonders die Schuhindustrie. Später wurden Rollen und Räder zu bedeutenden Wirtschaftszweigen.

Gleichzeitig blieb die Verbindung zu Landwirtschaft, Hofschaften und ländlichem Alltag stärker sichtbar. In den Gaststätten trafen sich deshalb nicht nur Beschäftigte aus Betrieben. Auch Familien, Wanderer, Nachbarn und Landwirte gehörten zum Publikum.

Ein bekanntes Beispiel ist die frühere Gaststätte Hahn in Hünger. Alte Fotos zeigen die Wirtschaft noch in den 1970er-Jahren. Menschen erinnern sich an gemeinsames Essen, Skatabende, Getränke und Geschichten aus dem Alltag. Das Lokal ist längst verschwunden. Die Erinnerungen sind geblieben.

Gerade in kleineren Ortsteilen konnte eine Gaststätte eine besondere Bedeutung entwickeln. Sie war Versammlungsraum, Treffpunkt und Orientierungspunkt. Wer einen Nachbarn suchte, nach einer Nachricht fragte oder einen Abend in Gesellschaft verbringen wollte, wusste, wo er ihn finden konnte.

Finkenholl als Gaststätte und Versorgungsort

Besonders anschaulich ist die Geschichte der früheren Gaststätte Finkenholl. Mehrere Generationen einer Familie besuchten das Lokal regelmäßig. Zeitzeugen erinnern sich an Hähnchenessen, Holzbänke, rot-weiß karierte Tischdecken und einen Wirt, der abends Akkordeon spielte.

Das Haus hatte weitere Funktionen. Neben der Gastwirtschaft wurde Landwirtschaft betrieben. Kinder holten dort morgens Milch. Milchkannen wurden noch mit Pferd und Wagen transportiert.

Auch Wanderer kehrten ein. Ihre Wege führten Richtung Eifgental, Neue Mühle, Rausmühle, Markusmühle und Altenberg. Finkenholl war damit gleichzeitig Gaststätte, landwirtschaftlicher Betrieb, Treffpunkt, Ausflugslokal und Versorgungsort.

Aus heutiger Sicht wirkt diese Mischung ungewöhnlich. Früher gehörte sie zum Alltag. Eine Wirtschaft konnte viele Aufgaben erfüllen, ohne dass die Menschen sie voneinander trennten.

Auch in Solingen gehörten Ausflugslokale zur Freizeitkultur. Das Haus Fähr wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Gaststätte eröffnet. Gäste gelangten über einen Steg und später über eine Brücke dorthin. Heute wird der gastronomische Betrieb nicht mehr geführt.

Wie groß die Ausflugskultur einst war, zeigt Müngsten. Nach dem Zweiten Weltkrieg existierten unter der Müngstener Brücke zeitweise 13 Kioske, Imbisse und Gaststättenbetriebe. Heute ist diese Dichte kaum noch vorstellbar. Damals gehörte der Sonntagsausflug mit anschließender Einkehr fest zur Freizeit.

Sie suchen passende Locations? Ganz einfach, geben Sie in der Suche rechts das Keyword ein: z.B: Stadt, Besonderheit, etc.


Vorteile & Nachteile auf einen Blick

Vorteile

  • Gaststätten stärkten Nachbarschaft und Vereinsleben.
  • Sie bewahrten lokale Geschichten und Traditionen.
  • Viele Häuser waren zu Fuß erreichbar.

Nachteile

  • Die Angebote waren oft stark vom Alkohol geprägt.
  • Wirtschaften waren nicht für alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen zugänglich.

Checkliste für die Praxis

  • Alte Fotos mit Namen, Jahreszahlen und Orten vergleichen.
  • Familienangehörige nach ihren Erinnerungen fragen.
  • Stadtarchive und historische Veröffentlichungen nutzen.
  • Gebäude nicht nur nach ihrem heutigen Aussehen beurteilen.

Warum die Kneipenkultur verschwand

Für das Ende vieler Gaststätten gibt es nicht den einen Grund. Mehrere Entwicklungen kamen zusammen. Die Arbeitswelt veränderte sich. Große Industriebetriebe bauten Beschäftigung ab oder verschwanden. Menschen pendelten stärker. Das eigene Auto veränderte Mobilität und Freizeit.

Fernsehen und später digitale Medien holten Unterhaltung ins Wohnzimmer. Vereine verloren Mitglieder. Hinzu kamen steigende Kosten, fehlende Nachfolger, Fachkräftemangel und ein verändertes Konsumverhalten.

Auch der Umgang mit Alkohol wandelte sich. Das Feierabendbier am Tresen war für viele Arbeitnehmer ein selbstverständliches Ritual. Heute hat diese Gewohnheit längst nicht mehr dieselbe gesellschaftliche Bedeutung.

Mit jeder Schließung verschwand meistens mehr als ein gastronomischer Betrieb. Stammtische lösten sich auf. Kegelclubs verloren ihren Treffpunkt. Vereine mussten neue Räume suchen. Nachbarn trafen sich seltener spontan. Lokale Geschichten verloren ihren festen Ort.

Das unterscheidet die frühere Arbeiterkneipe von vielen modernen Gastronomiebetrieben. Die Kneipe verkaufte nicht nur Getränke. Sie organisierte Nähe. In Remscheid verband sie sich mit Werkzeugindustrie, Handwerk, Vereinen und alten Hofschaften. In Solingen spiegelte sie Klingenindustrie, Arbeiterbewegung und Ausflugskultur. In Wermelskirchen verschmolzen Kneipe, Dorfleben, Landwirtschaft und Industrie.

Einige klassische Kneipen haben dennoch überlebt. Ein Beispiel ist Bei Toni an der Burger Straße. Der WDR berichtete 2025 über den damals 86-jährigen Wirt Antonio Pinna, der seine Kneipe seit mehr als drei Jahrzehnten führte. Dunkles Holz, Tresen, Stammgäste und Bier vom Fass standen dort weiterhin für ein traditionelles Modell.

Solche verbliebenen Orte zeigen, wie stark sich die Gastronomielandschaft verändert hat. Sie sind nicht bloß Relikte. Für ihre Gäste bleiben sie Treffpunkte mit eigener Geschichte.

Erinnerungen bewahren Stadtgeschichte

Viele Geschichten lassen sich nicht vollständig aus Akten rekonstruieren. Die spannendsten Details befinden sich häufig in den Köpfen der Menschen. Wer saß immer am gleichen Platz? Welcher Wirt kannte jede Bestellung? Wo wurde gekegelt? Wo traf sich nach der Schicht die ganze Belegschaft?

In welchem Lokal wurde die erste Liebe kennengelernt? Wo wurde am Freitagabend so lange diskutiert, bis der Wirt irgendwann das Licht einschaltete? Solche Erinnerungen sind Stadtgeschichte.

Heute stehen an vielen ehemaligen Kneipen andere Gebäude. Manchmal sieht das Haus noch genauso aus. Nur der Tresen ist verschwunden. Wer genau hinsieht, entdeckt trotzdem Spuren der vergangenen Kneipenkultur.

Die Geschichte der verschwundenen Gaststätten in Remscheid, Solingen und Wermelskirchen erzählt deshalb weit mehr als Gastronomiegeschichte. Sie erzählt von einer Zeit, in der Arbeit, Wohnen und gesellschaftliches Leben enger verbunden waren.

Fazit: Als die Kneipe noch zum Alltag gehörte

Frühere Gaststätten waren soziale Räume. Menschen arbeiteten gemeinsam, wohnten oft im gleichen Quartier und trafen sich nach Feierabend wieder. Das galt für die Industriestadt ebenso wie für die Hofschaft oder das Ausflugslokal im Tal.

Viele dieser Orte sind verschwunden. Ihre Namen, Gebäude und Geschichten bleiben jedoch Teil der regionalen Erinnerung. Vielleicht kennen manche Menschen ihre alte Stammkneipe noch Jahrzehnte später. Nicht wegen des Bieres, sondern wegen der Menschen, die dort saßen.

 

Zielgruppen im Blick

Perspektive für 20–40 Jahre

Jüngere Leser entdecken eine Alltagswelt, die ohne Internet und soziale Netzwerke funktionierte. Die alten Gaststätten zeigen, wie wichtig erreichbare Treffpunkte für Nachbarschaften waren. Historische Fotos und persönliche Geschichten machen Stadtgeschichte greifbar. Besonders spannend ist der Wandel ehemaliger Kneipen zu Wohnhäusern, Geschäften oder vergessenen Orten.

Perspektive für 40–60 Jahre

Viele Menschen dieser Altersgruppe kennen einzelne Namen, Wirte oder Gebäude noch aus eigener Erfahrung. Der Artikel lädt dazu ein, Erinnerungen mit Familienmitgliedern und Freunden zu teilen. Vielleicht lassen sich frühere Stammgäste, Vereinsabende oder Ausflugslokale wiederfinden. So wird private Erinnerung zu einem Teil regionaler Geschichtsschreibung.

Perspektive ab 60

Für ältere Leser stehen persönliche Erlebnisse im Mittelpunkt. Sie erinnern sich an Speisekarten, Stammplätze, Kegelabende oder bestimmte Wirte. Ihre Erzählungen ergänzen Archive und historische Fotos. Gerade verschwundene Gaststätten lassen sich oft nur durch solche Zeitzeugenberichte vollständig verstehen.

 

Häufige Fragen

Warum gab es früher so viele Kneipen in Remscheid, Solingen und Wermelskirchen?

Gaststätten gehörten früher zur sozialen Infrastruktur der Stadtteile. Arbeiter, Nachbarn, Vereine und Familien trafen sich dort regelmäßig. Fernsehen, Internet und digitale Netzwerke gab es noch nicht. Außerdem lagen Arbeitsplätze, Wohnungen und Wirtschaften oft dicht beieinander. Die Kneipe war Nachrichtenbörse, Vereinsheim, Stammtisch und Feierabendtreff zugleich.

Welche bekannten ehemaligen Gaststätten gab es in Solingen?

Zu den überlieferten Namen gehören unter anderem Beim Paule, der Düppeler Hof, der Golden Spieß, der Bierbrunnen in der Karstadtpassage und der Waffenschmied am Alten Markt. Auch Haus Striepen, der Burger Hof und das Haus Fähr stehen für unterschiedliche Formen Solinger Gastronomie.

Was ist aus den alten Kneipen in Remscheid und Wermelskirchen geworden?

Viele Betriebe schlossen wegen veränderter Arbeits- und Freizeitgewohnheiten, steigender Kosten, fehlender Nachfolger oder sinkender Nachfrage. Manche Gebäude stehen noch. Andere wurden verändert oder abgerissen. Bei ehemaligen Treffpunkten wie Richard Becker in Ehringhausen oder der Gaststätte Hahn in Hünger erinnern heute vor allem Fotos, Dokumente und persönliche Geschichten an die frühere Nutzung.

Warum sind Erinnerungen an alte Gaststätten für die Stadtgeschichte wichtig?

Erinnerungen machen sichtbar, wie Menschen früher lebten, arbeiteten und ihre Freizeit verbrachten. Sie erzählen von Stammplätzen, Vereinsabenden, Familienfeiern und Begegnungen nach der Schicht. Viele dieser Details stehen nicht in offiziellen Akten. Zeitzeugen bewahren deshalb einen wichtigen Teil der Alltagsgeschichte von Remscheid, Solingen und Wermelskirchen.

Weitere Stichwörter zu diesem Artikel