Lebenshaltungskosten in der Umgebung von Solingen

Lebenshaltungskosten in der Umgebung von Solingen im Check: Lebensmittel, Benzin, Mieten und konkrete Unterschiede der elf Städte vergleichen.

16. September 2026 7 Minuten

Lebenshaltungskosten in der Umgebung von Solingen

Lebensmittelpreise bleiben regional vergleichbar

TL;DR: Lebensmittelpreise unterscheiden sich zwischen den elf Städten meist weniger als die Mieten. Kraftstoffe sind im September 2026 besonders teuer. Der größte Kostenhebel bleibt deshalb die Verbindung aus Wohnkosten und Arbeitsweg.

Wie teuer ist das Leben in der Umgebung von Solingen? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Beim Einkauf im Supermarkt liegen Wuppertal, Remscheid oder Bergisch Gladbach oft nah beieinander. Bei der Miete kann dieselbe 80-Quadratmeter-Wohnung dagegen mehrere hundert Euro Unterschied im Monat ausmachen.

Hinzu kommen die Kraftstoffpreise. Super E10 kostet Mitte September 2026 bundesweit deutlich mehr als zwei Euro je Liter. Kraftstoffe lagen im August sogar 27,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für den Kostencheck von BERGISCH BEWEGT stehen deshalb drei Bereiche im Mittelpunkt: Lebensmittel, Benzin und Diesel sowie Miete.

Lebenshaltungskosten in der Umgebung von Solingen
Lebenshaltungskosten in der Umgebung von Solingen

Benzin und Diesel belasten Pendlerhaushalte

Lebensmittelpreise steigen aktuell kaum weiter

Beim Lebensmitteleinkauf hat sich die Lage zuletzt beruhigt. Nach den vorliegenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes lagen die Preise für Nahrungsmittel im August 2026 nur 0,1 Prozent über dem Vorjahresmonat. Gegenüber Juli gingen sie ebenfalls um 0,1 Prozent zurück.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Lebensmittel wieder günstig sind. Der Preisindex für Nahrungsmittel lag im Sommer 2026 bei rund 136 Punkten. Als Basis dient das Jahr 2020 mit 100 Punkten. Ein Warenkorb, der damals rechnerisch 100 Euro kostete, liegt heute also ungefähr bei 136 Euro.

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Die Preissteigerungen haben sich verlangsamt. Das frühere Preisniveau ist aber nicht zurückgekehrt. Genau dieser Unterschied prägt die Wahrnehmung vieler Haushalte.

Der persönliche Warenkorb entscheidet

Nicht jedes Lebensmittel entwickelte sich gleich. Eier waren im August 2026 15,2 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Frisches Gemüse stieg um 5,2 Prozent, Fisch und Fischwaren um 4,4 Prozent.

Andere Produkte wurden dagegen günstiger. Butter verbilligte sich um 29,9 Prozent. Frisches Obst kostete 5,6 Prozent weniger, Molkereiprodukte 5,5 Prozent weniger. Eine Familie mit vielen Eiern und frischem Gemüse erlebt daher eine andere Preisentwicklung als ein Haushalt mit vielen Molkereiprodukten und Aktionsartikeln.

Eine seriöse Rangliste der elf Städte bei Lebensmittelpreisen lässt sich daraus nicht ableiten. Aldi, Lidl, Penny, Netto, REWE und EDEKA steuern viele Grundpreise und Aktionen regional oder überregional. Der größere Unterschied entsteht häufig zwischen Discounter und Feinkostgeschäft, Eigenmarke und Markenprodukt oder Wochenmarkt und Supermarkt.

Wichtiger Hinweis:

Für drei Cent Preisunterschied lohnt es sich meistens nicht, mehrere Supermärkte anzufahren. Zeit, Benzin und zusätzlicher Aufwand können die Ersparnis schnell aufzehren.

Mieten zeigen die größten Unterschiede

Bei der Miete wird der regionale Unterschied deutlich. Für den Vergleich wurden aktuelle Marktpreisdaten von immowelt aus September 2026 verwendet. Diese Werte sind Angebotsindikatoren. Sie ersetzen keinen offiziellen Mietspiegel und gelten nicht automatisch für jede Wohnung.

Stadt Wohnungsmiete pro m² 80 m² rechnerisch
Remscheid 7,61 € 609 €
Velbert 8,12 € 650 €
Hückeswagen 8,17 € 654 €
Radevormwald 8,23 € 658 €
Hattingen 8,75 € 700 €
Wermelskirchen 8,83 € 706 €
Solingen 8,87 € 710 €
Heiligenhaus 9,07 € 726 €
Wuppertal 9,44 € 755 €
Mettmann 10,85 € 868 €
Bergisch Gladbach 11,19 € 895 €

Die Werte reichen von 7,61 Euro pro Quadratmeter in Remscheid bis 11,19 Euro in Bergisch Gladbach. Bei 80 Quadratmetern ergibt sich dadurch eine rechnerische Differenz von rund 286 Euro im Monat.

Remscheid ist im Vergleich am günstigsten. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kommt dort auf rund 609 Euro Kaltmiete. Bergisch Gladbach steht mit etwa 895 Euro am oberen Ende. Mettmann liegt mit 10,85 Euro pro Quadratmeter ebenfalls deutlich über dem regionalen Mittel.

Wuppertal erreicht 9,44 Euro pro Quadratmeter. Eine Wohnung mit 80 Quadratmetern kostet damit rechnerisch rund 755 Euro kalt. Solingen liegt bei 8,87 Euro und etwa 710 Euro. Velbert bleibt mit 8,12 Euro vergleichsweise günstig, während Heiligenhaus mit 9,07 Euro merklich darüber liegt.

Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen bewegen sich zwischen 8,17 und 8,83 Euro pro Quadratmeter. Hattingen liegt mit 8,75 Euro im mittleren Bereich. Die Unterschiede zwischen benachbarten Städten zeigen, dass sich ein genauer Vergleich lohnen kann.

Die tatsächliche Belastung hängt trotzdem stark von Lage, Baujahr, Ausstattung, Wohnungsgröße und energetischem Zustand ab. Auch die Nebenkosten zählen. Heizung, Warmwasser, Wasser, Müll, Hausmeister und Gebäudereinigung können eine günstige Kaltmiete deutlich verändern. Der Energieausweis gehört deshalb zu den wichtigsten Unterlagen bei einer Besichtigung.

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Lebenshaltungskosten in der Umgebung von Solingen
Lebenshaltungskosten in der Umgebung von Solingen

Wohnort und Mobilität gemeinsam berechnen

Hohe Spritpreise verändern die Wohnkostenrechnung

Der ADAC meldete am 9. September 2026 einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,259 Euro für Super E10 und 2,321 Euro für Diesel. Wenige Tage später lag Super E10 laut den vorliegenden Erhebungen bereits bei rund 2,27 Euro je Liter.

Bei einem 50-Liter-Tank kostet das etwa 113,50 Euro. Bei 60 Litern sind es 136,20 Euro. Für Pendler ist das ein erheblicher monatlicher Kostenfaktor. Besonders betroffen sind Haushalte in kleineren Städten und ländlicheren Ortsteilen.

In Wuppertal stehen mit Schwebebahn, Bus und Bahn mehr Alternativen zur Verfügung. Wer in Radevormwald, Hückeswagen, Wermelskirchen oder Heiligenhaus wohnt, ist im Alltag dagegen häufiger auf das Auto angewiesen. Eine günstigere Wohnung außerhalb eines Zentrums kann dadurch einen Teil ihres Vorteils verlieren.

Der ADAC empfiehlt, Preise vor dem Tanken zu vergleichen und möglichst zu günstigeren Tageszeiten zu tanken. Nach der aktuellen Auswertung ist die Zeit kurz vor 12 Uhr häufig günstiger. Bei einem Preisunterschied von zehn Cent sparen 50 Liter fünf Euro. Wer viermal im Monat tankt, kommt auf 20 Euro oder 240 Euro im Jahr.

Die Rechnung für Singles, Paare und Familien

Singles tragen viele Fixkosten allein. Dazu gehören Stromgrundpreis, Internet, Versicherungen und Haushaltsgeräte. Kleine Wohnungen sind außerdem pro Quadratmeter oft teurer als größere. Ein niedrigeres Mietniveau kann für Alleinlebende deshalb besonders wichtig sein.

Paare teilen viele Grundkosten. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kostet nicht automatisch doppelt so viel wie eine 40-Quadratmeter-Wohnung. Allerdings können zwei Arbeitswege oder zwei Autos den finanziellen Vorteil wieder verkleinern.

Für Familien ist die Wohnfläche der größte Hebel. Bei 100 Quadratmetern bedeuten zwei Euro Unterschied pro Quadratmeter bereits 200 Euro im Monat. Im Jahr sind das 2.400 Euro. Ein Umzug innerhalb der Region kann deshalb stärker wirken als viele kleine Einsparungen beim Einkauf.

Wer im Homeoffice arbeitet, kann von günstigeren Mieten in Remscheid, Radevormwald, Hückeswagen oder Velbert profitieren. Wer täglich nach Köln pendelt, bewertet Bergisch Gladbach möglicherweise anders. Für Arbeitsplätze in Düsseldorf können Mettmann, Heiligenhaus oder Velbert trotz höherer Mieten interessant sein.

 

Lebenshaltungskosten in der Umgebung von Solingen
Lebenshaltungskosten in der Umgebung von Solingen

Vorteile & Nachteile auf einen Blick

Vorteile

  • Lebensmittelpreise sind zwischen den Städten meist vergleichbar.
  • Bei der Miete gibt es mehrere bezahlbare Alternativen.
  • Gezielte Planung kann bei Einkauf und Mobilität Kosten senken.

Nachteile

  • Kraftstoffpreise belasten Pendler derzeit besonders stark.
  • Günstige Mieten können durch lange Arbeitswege teurer werden.

Checkliste für die Praxis

  • Kaltmiete und Nebenkosten getrennt prüfen.
  • Arbeitsweg, Tankkosten und mögliche Alternativen berechnen.
  • Beim Einkauf Eigenmarken und Angebote gezielt nutzen.
  • Den Energieausweis vor einer Mietentscheidung ansehen.

Das wichtigste Ergebnis für Haushalte

Die Lebenshaltungskosten in der Umgebung von Solingen entwickeln sich im September 2026 sehr unterschiedlich. Lebensmittel haben sich zuletzt stabilisiert. Das Preisniveau liegt zwar weiter über dem Stand von 2020, die aktuelle Teuerung fällt aber gering aus.

Kraftstoffe sind dagegen der akute Problemfall. Super E10 und Diesel liegen deutlich über zwei Euro je Liter. Das trifft Menschen besonders stark, die täglich weitere Strecken fahren müssen. Der langfristig größte Unterschied entsteht jedoch bei der Miete.

Im Vergleich reicht der durchschnittliche Wohnungspreis von 7,61 Euro pro Quadratmeter in Remscheid bis 11,19 Euro in Bergisch Gladbach. Bei 80 Quadratmetern entspricht das rund 609 Euro gegenüber 895 Euro Kaltmiete.

Wer seine Kosten senken möchte, sollte deshalb nicht nur nach dem günstigsten Supermarkt suchen. Entscheidend ist die gesamte Rechnung aus Miete, Arbeitsweg, Auto, Energie und Einkauf. Eine Wohnung, die monatlich 100 Euro mehr kostet, kann am Ende die günstigere Lösung sein, wenn dafür viele Kilometer und Tankfüllungen entfallen.

 

Zielgruppen im Blick

Perspektive für 20–40 Jahre

Für Berufseinsteiger und junge Familien zählt die Kombination aus Miete und Arbeitsweg. Günstigere Städte können attraktiv sein, wenn Homeoffice oder ein guter Bahnanschluss den täglichen Autoweg ersetzen. Bei kleinen Wohnungen sollten auch höhere Quadratmeterpreise und allein getragene Fixkosten eingeplant werden.

Perspektive für 40–60 Jahre

In dieser Lebensphase stehen oft größere Wohnungen, Familienkosten und Pendelstrecken im Mittelpunkt. Ein Unterschied von zwei Euro pro Quadratmeter kann bei ausreichend Wohnfläche erheblich werden. Gleichzeitig sollte ein möglicher Arbeitsplatzwechsel oder die spätere Reduzierung des Arbeitswegs in die Wohnentscheidung einfließen.

Perspektive ab 60

Für ältere Haushalte gewinnen kurze Wege, gute Nahversorgung und eine passende Wohnungsgröße an Bedeutung. Eine niedrige Kaltmiete ist hilfreich, reicht aber als Entscheidungskriterium nicht aus. Heizkosten, Barrierearmut, Einkaufsmöglichkeiten und der Zugang zu Bus und Bahn sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

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Häufige Fragen

Welche Stadt ist im Vergleich bei der Miete am günstigsten?

Im Vergleich der elf Städte liegt Remscheid mit 7,61 Euro pro Quadratmeter vorn. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung würde rechnerisch rund 609 Euro Kaltmiete kosten. Dabei handelt es sich um einen aktuellen Marktindikator von immowelt, nicht um einen offiziellen Mietspiegel. Lage, Baujahr, Ausstattung und energetischer Zustand können den tatsächlichen Preis deutlich verändern.

Warum sind die Lebenshaltungskosten in den Städten so unterschiedlich?

Der größte Unterschied entsteht bei der Miete. Lebensmittelpreise werden bei großen Ketten häufig regional oder überregional gesteuert und unterscheiden sich zwischen den Städten meist weniger. Beim Auto zählen zusätzlich Entfernung und Fahrtenhäufigkeit. Eine günstige Wohnung kann dadurch einen Teil ihres Vorteils verlieren, wenn täglich lange Strecken zur Arbeit gefahren werden.

Wie teuer ist eine 80-Quadratmeter-Wohnung im Vergleich?

Die rechnerische Kaltmiete reicht von etwa 609 Euro in Remscheid bis rund 895 Euro in Bergisch Gladbach. Dazwischen liegen unter anderem Velbert mit 650 Euro, Solingen mit 710 Euro und Wuppertal mit 755 Euro. Nebenkosten, Heizung, Strom und weitere Wohnkosten sind in diesen Beträgen noch nicht enthalten.

Wie können Haushalte bei den Lebenshaltungskosten sparen?

Beim Einkauf helfen Eigenmarken, Wochenplanung und gezielte Angebote. Beim Tanken lohnt sich ein Preisvergleich, außerdem können Fahrten gebündelt oder Fahrgemeinschaften genutzt werden. Der größte langfristige Hebel ist jedoch die Wohnkostenrechnung. Entscheidend ist, Miete, Arbeitsweg, Auto, Energie und Einkauf gemeinsam zu betrachten.

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